„Die Firmung steht als Sakrament in der Spannung zwischen Zuspruch und Anspruch“, so führte Prof. Dr. Patrik C. Höring von der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Augustin mit seinem Eingangsreferat in die Tagung ein. Bei der Frage des Zuspruchs, den junge Menschen in dieser Lebensphase benötigen, bestand unter seinen ZuhöhrerInnen noch große Zustimmung. Bei der Frage des Anspruchs stiegen sie jedoch in lebendige Diskussionen ein. An die Firmvorbereitung im pastoralen Alltag bestehen Erwartungen von vielen verschiedenen Seiten. Sie richten sich nicht nur an die FirmbewerberInnen, sondern auch an die Katecheten selbst. „Das Firmsakrament soll die Entscheidung des Firmanden begleiten, als Christ das eigene Leben und damit auch die Gesellschaft mit zu gestalten“, stellte Prof. Höring in seinem Vortrag klar. Er machte deutlich, dass die Firmkatechese den jungen Menschen für eben diese Entscheidung Zuspruch geben soll und ihnen nicht durch einen Aufgabenkatalog unnötige Hürden aufbaut.

Mit einem Blick auf die Entwicklungen von Katechese und Jugendarbeit seit der Würzburger Synode 1975 erfuhren die TeilnehmerInnen inwiefern Katechese auch in der kirchlichen Jugend(verbands-)arbeit passiert. Anhand mehrerer Praxisbeispiele entdeckten sie deren katechetische Dimension. Vorgestellt wurden etwa der Kurs „Glaube konkret“ des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die Lebenswendefeiern der Diözese Magdeburg, die Konfirmandenarbeit der Evangelischen Landeskirche oder die Jugendarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche.

Im Beziehungsstrang Jugendarbeit - Firmung rückten die Bedürfnisse junger Menschen und ihre Erwartungen an Kirche wieder in den Fokus der Gespräche. Weihbischof Matthäus Karrer, der die Hauptabteilung IV – Pastorale Konzeptionen leitet, ermutigte die Teilnehmenden, in der Firmpastoral sinnvolle Kooperationen zu suchen und kreative Vorbereitungswege zu ermöglichen, ohne die Gesamtverantwortung „outzusourcen“. Dabei könne die Emmaus-Erzählung ein hilfreiches biblisches Bild sein. So wie damals der auferstandene Christus an die Seite der Emmaus-Jünger trat, treten heute die kirchlichen Mitarbeiter der Jugendarbeit sowie der Pastoral an verschiedenen Stellen an die Seite der Jugendlichen, um sie zu begleiten, zu lehren oder auch mit ihnen zu feiern.

Für dieses Verständnis von Katechese hat gerade die Jugendarbeit interessante Möglichkeiten und Methoden. Das Modell des Jugendspirituellen Zentrums Göppingen „Partizipative Firmvorbereitung“ etwa bietet Elemente, in denen junge Menschen lernen in der Gruppe Entscheidungen zu treffen.
Im Austausch in Kleingruppen reflektierten die Teilnehmenden das Gehörte und Gesehene und nahmen zahlreiche Impulse für ihre je eigene Praxis mit. „Wir sind beeindruckt vom Interesse der TeilnehmerInnen und setzen in der Praxis auf deren Kreativität und Kompetenz. Gerne unterstützen wir vermehrt Kooperationen von Firmung und Jugendarbeit“, resumiert Diözesanjugendseelsorger Markus Scheifele die Tagung.